Nah und Fern

Heute war ich nach langer Zeit mal wieder mit meinem Makro-Objektiv unterwegs, denn es gab da schon seit längerer Zeit ein Motiv, welches ich unbedingt einmal ablichten wollte. Was soll ich sagen? Das Glück war mir hold und hat mir das langersehnte Objekt der Begierde direkt vor meinem Objektiv platziert. Ein Männchen des Anthocharis cardamines, auch Aurora-Falter genannt. Somit heißt es jetzt in Sachen Aurora-Falter:“Mission erledigt“. P.S: So ganz nebenbei sind noch 20 weitere Motive entstanden ;-)

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Melancholie [melaŋkoˈliː]

Das Phänomen, dass die geschaffenen Werke je nach der gerade vorhandenen Stimmungslage ausfallen, kennt bestimmt jeder künstlerisch tätige Mensch,  denn schließlich geht es mir als Fotograf auch immer wieder so. Wenn ich an einem sonnigen Tag mit guter Laune unterwegs bin, dann entstehen auch garantiert Aufnahmen, die dieses Gefühl und die Wärme des Tages widerspiegeln. Beginnt der Tag jedoch schon trübe und ist die Grundstimmung eher melancholisch, dann entstehen halt auch dunklere, morbidere oder bedrückendere Bilder als an den „Happy Days“. Schon der berühmte Künstler Albrecht Dürer muss solche Phasen gekannt haben, denn anders kann man sich die Entstehung von so Werken wie „Melancholia I“ kaum erklären.  Dieser 1514 geschaffene Kupferstich – mit seiner traurigen und nachdenklichen Engelsdarstellung – ist so beeindruckend, dass er sogar über 300 Jahre später noch den Künstler Victor Hugo zu seinem eponymen Gedicht „Melancholia“ inspiriert hat. Ich muss zugeben, dass ich bei meiner Foto-Tour weder an das Bild Dürers noch an das Gedicht von Hugo gedacht habe, aber die melancholische Stimmung war auf jeden Fall die gleiche. Nicht umsonst, spricht man ja im Zusammenhang mit der Melancholie auch von den „Molltönen der Seele“ und genau so wie in der Musik, sind die folgenden Bilder etwas weicher, entsättigter und farbloser als vielleicht von Natur-Aufnahmen her gewohnt.

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Tristesse (frz. [tʀisˈtɛs] „Trauer; Traurigkeit“)

Eigentlich ist das Wort Tristesse ja durch und durch negativ konnotiert, letztendlich bezeichnet es aber auch eine ästhetische Form der Traurigkeit und genau aus diesem Grund passt der Titel auch so gut zu dieser kleinen Bilderstrecke. Die Motive – vier Stück an der Zahl – heißen Tristesse I bis IV und sind jeweils an komplett verschiedenen Orten und zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten entstanden. Erst im Laufe der weiteren Bearbeitung und Sortierung ganz vieler Bilder, hat sich dieser Serien-Charakter ergeben, der ursprünglich nicht geplant gewesen ist. Häufig ergeben sich diese Zusammenhänge aber erst sehr viel später und dann auch nicht selten durch Zufall. Schaut Euch die Motive einfach an und eventuell erfüllen diese Bilder Euer Gemüt ja auch mit ein klein wenig „ästhetischer Traurigkeit“.

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