Berlin 1936 – Sechszehn Tage im August

Zurzeit lese ich „Berlin 1936 – 16 Tage im August“ und kann schon jetzt sagen, dass mir dieses Buch noch lange in Erinnerung bleiben wird. Mit einem untrüglichen Sinn für Details und Zusammenhänge, nimmt Oliver Holmes – pardon Hilmes – die Olympiade der Nazis Stück für Stück auseinander und entmystifiziert so das schlechte Schauspiel des braunen Packs.

Von Anfang an als großes Schmierentheater angelegt, fällt dann auch so mancher Botschafter des Sports auf die Propagandamaschine der Nazis rein. Zeitungskästen für den Stürmer werden abgebaut, es darf in den Lokalen öffentlich Swing gespielt werden, man gibt sich weltoffen und verschweigt den Bau der Konzentrationslager, von denen eines keine 50 Kilometer entfernt von Zwangsarbeitern unter den widrigsten Zuständen errichtet wird.

Da wird über den „Neger“ als unfairen Sportler gewettert, sei er doch durch sein Leben im Busch für den Wettkampf besser vorbereitet als die „Heldenrasse“ …

Mittlerweile habe ich mehr als die Hälfte des Buches bewältigt und auch wenn es sich sehr flüssig liest, das hier Erfahrene bleibt einem fast im Hals stecken. So erschütternd und erschreckend sind die hier aufgetischten Tatsachen.

Lobenswert erwähnen muss ich noch, dass es dem Herrn Hilmes laufend gelingt, mich mit Fakten aus der NS-Zeit zu überraschen, die selbst ich noch nicht kannte und dabei habe ich schon so einige Werke aus und über diese dunkelste Zeit Deutschlands gelesen.

Hut ab, Herr Hilmes und Danke für dieses schöne Stück Literatur.

P.S: Diese paar Zeilen sind nur ein ganz grober Abriss und sind keinesfalls repräsentativ für das ganze Buch. Ich kann nur jedem empfehlen, es selbst einmal zu lesen. Es lohnt sich. Versprochen!


Das Buch „Berlin 1936“ von Oliver Hilmes ist im Siedler Verlag erschienen und kostete bei der Entstehung dieses Artikel 19,99 Euro als gebundene Ausgabe.

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